Was gehört in den Lebenslauf? Pflichtangaben & Tabu-Themen
Pflichtangaben, freiwillige Angaben und die Punkte, die heute nichts mehr im Lebenslauf zu suchen haben.
Beim Lebenslauf geht es nicht nur um die Struktur, sondern auch um die Frage, welche Informationen überhaupt hineingehören. Manches wird erwartet, manches ist freiwillig, und einiges wirkt heute schlicht veraltet.
Was erwartet wird
Diese Angaben gehören in jeden Lebenslauf:
- Vor- und Nachname
- Anschrift – bei Bewerbungen in Deutschland weiterhin üblich
- Telefonnummer, unter der du tatsächlich erreichbar bist
- E-Mail-Adresse aus Vor- und Nachname, keine Spitznamen
- Beruflicher Werdegang mit lückenlosen Zeiträumen
- Ausbildung oder Studium mit Abschluss
- Relevante Kenntnisse
Was freiwillig ist
Bei diesen Punkten entscheidest du selbst – rechtlich verpflichtet bist du zu keinem davon:
- Geburtsdatum und Geburtsort: nicht vorgeschrieben, in Deutschland aber noch verbreitet. Bei Ausbildungsbewerbungen wird es häufiger erwartet.
- Bewerbungsfoto: keine Pflicht, in vielen Branchen weiterhin üblich. Mehr dazu unter Bewerbungsfoto.
- Staatsangehörigkeit: nur sinnvoll, wenn sie für die Stelle eine Rolle spielt, etwa bei Arbeitserlaubnis oder Sicherheitsüberprüfung.
- Interessen: siehe Hobbys im Lebenslauf.
- Führerschein: relevant bei Außendienst, Handwerk, Logistik und Pflege.
Was heute nicht mehr hineingehört
Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz verbietet Benachteiligung wegen bestimmter Merkmale. Arbeitgeber dürfen danach im Bewerbungsverfahren grundsätzlich nicht fragen – und du musst sie folglich auch nicht angeben:
- Familienstand und Anzahl der Kinder
- Religionszugehörigkeit – Ausnahme sind kirchliche Träger, bei denen sie eine Rolle spielen kann
- Gesundheitszustand, Behinderung oder eine Schwangerschaft
- Beruf der Eltern – eine Angabe aus früheren Jahrzehnten, die heute befremdlich wirkt
- Politische Zugehörigkeit und Gewerkschaftsmitgliedschaft
Diese Angaben zu machen ist nicht verboten, sie nutzen dir aber praktisch nie und nehmen Platz weg, den relevante Informationen besser füllen.
Grenzfälle, die oft Fragen aufwerfen
Schulnoten
Für Schüler und Berufseinsteiger können sie relevant sein, besonders bei Ausbildungsbewerbungen. Mit einigen Jahren Berufserfahrung lässt man sie weg – dann zählt, was du im Job gemacht hast.
Nebenjobs und Aushilfstätigkeiten
Am Anfang der Laufbahn gehören sie hinein, weil sie Zeiträume füllen und Zuverlässigkeit zeigen. Später kannst du sie zusammenfassen oder streichen.
Elternzeit und Pflegezeit
Beides darfst du angeben, musst es aber nicht. Wenn dadurch eine mehrmonatige Lücke entsteht, ist eine sachliche Zeile besser als eine unerklärte Unterbrechung.
Ehrenamt
Ein starker Punkt, wenn er zur Stelle passt oder Verantwortung belegt – etwa Übungsleiter, Kassenwart oder Feuerwehr.
Auslandsaufenthalte
Work and Travel, Au-pair oder Auslandssemester gehören hinein. Sie belegen Sprachkenntnisse und Selbstständigkeit und erklären zugleich den Zeitraum.
Die Faustregel
Frage dich bei jeder Angabe: Hilft sie dem Lesenden, mich für diese Stelle einzuschätzen? Wenn ja, bleibt sie. Wenn nein, kann sie weg – unabhängig davon, wie stolz du darauf bist.
Das bedeutet auch, dass derselbe Lebenslauf nicht für jede Bewerbung optimal ist. Ein Zertifikat, das bei der einen Stelle entscheidend ist, kann bei der nächsten nur Zeile verbrauchen.
Wie diese Angaben strukturiert angeordnet werden, steht im Ratgeber Lebenslauf-Muster: Aufbau und Reihenfolge.
Häufige Fragen
Welche persönlichen Daten gehören in den Lebenslauf?
Name, Adresse, Telefon und E-Mail. Geburtsdatum ist optional, Familienstand und Religion sind nicht nötig.
Muss ich Hobbys angeben?
Nein. Nur wenn sie relevant sind oder gefragte Eigenschaften belegen.
Gehören Schulnoten in den Lebenslauf?
Für Berufseinsteiger können sie relevant sein. Mit Berufserfahrung lässt man sie eher weg.
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