Hobbys im Lebenslauf: welche wirken und welche schaden
Welche Interessen etwas über dich aussagen, welche nichts bringen und wie du sie richtig formulierst.
Hobbys sind der Abschnitt, über den am meisten diskutiert wird. Manche halten ihn für überflüssig, andere für den menschlichen Teil der Bewerbung. Beide haben teilweise recht – es kommt darauf an, welche Interessen du nennst und wie.
Sind Hobbys Pflicht?
Nein. Der Abschnitt ist freiwillig, und niemand wird abgelehnt, weil er fehlt. Sinnvoll ist er vor allem in zwei Situationen: wenn du wenig Berufserfahrung hast und das Bild abrunden willst, oder wenn ein Interesse tatsächlich zur Stelle passt.
Wenn dein Lebenslauf ohnehin gut gefüllt ist und die zweite Seite knapp wird, ist es der erste Abschnitt, den du streichen kannst.
Welche Interessen positiv wirken
Gut geeignet sind Hobbys, die eine Eigenschaft belegen, ohne dass du sie behaupten musst:
- Mannschaftssport – steht für Teamfähigkeit und Verbindlichkeit
- Ausdauersport – Disziplin und langfristige Ziele
- Ehrenamt, Feuerwehr, Rettungsdienst – Verantwortung und Belastbarkeit
- Vereinsämter wie Kassenwart oder Jugendtrainer – Organisation und Führung
- Musikinstrument – Ausdauer über Jahre
- Programmieren, Elektronik, Schrauben – technisches Interesse, besonders wertvoll bei technischen Stellen
- Fotografie, Grafik, Schreiben – gestalterische Fähigkeiten in kreativen Berufen
- Sprachen lernen, Reisen mit Substanz – Offenheit und Selbstständigkeit
Welche du besser weglässt
- Zu allgemein: Musik, Freunde treffen, Lesen, Kino. Das schreibt jeder und sagt nichts.
- Politik und Religion: nicht relevant und potenziell polarisierend.
- Risikosportarten: Fallschirmspringen oder Freeclimbing können bei manchen Arbeitgebern Bedenken wegen Ausfallzeiten auslösen. Nicht überall ein Problem, aber ein unnötiges Risiko.
- Extrem zeitintensive Hobbys: wenn der Eindruck entsteht, der Job käme an zweiter Stelle.
- Alles, was du nur nennst, um die Seite zu füllen: im Vorstellungsgespräch wird nachgefragt, und dann muss die Angabe tragen.
Wie du sie formulierst
Der Unterschied liegt fast immer in der Konkretheit:
- Schwach: Sport – stark: Handball im Verein (seit 2019, Jugendtrainer der C-Jugend)
- Schwach: Lesen – stark: Sachbücher zu Wirtschaftsgeschichte
- Schwach: Reisen – stark: Fernwanderungen, zuletzt vier Wochen Jakobsweg
- Schwach: Technik – stark: Restauration alter Motorräder
Zwei bis vier Angaben genügen. Eine lange Liste wirkt beliebig.
Wo der Abschnitt steht
Ganz unten, nach den Kenntnissen und vor Ort, Datum und Unterschrift. Er ist eine Ergänzung, kein Hauptargument – die Platzierung sollte das widerspiegeln.
Rechne mit Nachfragen
Alles, was du nennst, kann im Vorstellungsgespräch aufgegriffen werden. Das ist oft angenehm, weil es das Gespräch auflockert. Es funktioniert aber nur, wenn die Angabe stimmt. Wer „Marathon" schreibt und noch nie einen gelaufen ist, hat ein Problem, sobald jemand nach der Zeit fragt.
Umgekehrt lohnt es sich, ein Hobby zu nennen, über das du gern sprichst. Es gibt dir im Gespräch einen sicheren Punkt.
Welche Angaben sonst noch hineingehören und welche nicht, steht unter Was gehört in den Lebenslauf?.
Häufige Fragen
Sollte ich Hobbys angeben?
Nur, wenn sie relevant sind oder gefragte Eigenschaften belegen, etwa Teamsport für Teamfähigkeit.
Welche Hobbys wirken eher negativ?
Riskante oder polarisierende Angaben lässt du besser weg – und erfinde nichts.
Wo stehen Hobbys im Lebenslauf?
Am Ende, kurz und stichpunktartig.
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