Bewerbungsfoto: Pflicht, Kosten & worauf es ankommt
Pflicht oder nicht, was ein gutes Foto ausmacht und wohin es im Lebenslauf gehört.
Das Bewerbungsfoto ist einer der wenigen Punkte, bei denen sich deutsche Bewerbungen deutlich von internationalen unterscheiden. In vielen Ländern ist ein Foto unerwünscht oder sogar unzulässig – in Deutschland wird es weiterhin häufig erwartet.
Pflicht ist es nicht
Seit Inkrafttreten des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes darf ein Arbeitgeber kein Foto verlangen, und eine Bewerbung ohne Bild darf nicht deshalb aussortiert werden. Rechtlich bist du also frei.
In der Praxis sieht es anders aus. In kleineren Betrieben, im Handwerk, im Einzelhandel, in der Pflege und bei Ausbildungsbewerbungen ist ein Foto weiterhin üblich. In größeren Konzernen und in der IT wird zunehmend darauf verzichtet.
Wann ein Foto sinnvoll ist
- bei Ausbildungsbewerbungen
- in kleineren und mittelständischen Betrieben
- in Berufen mit direktem Kundenkontakt
- wenn du ein gutes, professionelles Foto hast
Wann du besser verzichtest
- wenn du kein professionelles Foto hast und keins machen lassen willst
- bei Bewerbungen ins Ausland, besonders in den englischsprachigen Raum
- wenn das Unternehmen ausdrücklich ein anonymisiertes Verfahren nutzt
Ein schlechtes Foto schadet mehr als gar keines. Ein zugeschnittenes Urlaubsbild, ein Selfie oder eine Aufnahme mit unruhigem Hintergrund wirkt unprofessioneller, als das Feld leer zu lassen.
Was ein gutes Bewerbungsfoto ausmacht
- Professionell aufgenommen: ein Fotograf mit Erfahrung in Bewerbungsfotos kostet je nach Region etwa 40 bis 120 Euro und liefert mehrere Varianten in digitaler Form.
- Neutraler Hintergrund: einfarbig, hell oder dezent grau. Kein Wohnzimmer, keine Wand mit Bildern.
- Freundlicher, offener Ausdruck: ein leichtes Lächeln wirkt sympathischer als ein neutraler Blick. Nicht gezwungen grinsen.
- Blick in die Kamera
- Kleidung passend zur Branche: im Büro Hemd oder Bluse, gern mit Sakko. Im Handwerk oder in der Pflege reicht ein gepflegtes, schlichtes Oberteil. Du solltest darin aussehen wie an einem guten Arbeitstag, nicht wie auf einer Hochzeit.
- Aktuell: nicht älter als etwa zwei Jahre. Es sollte erkennbar sein, dass du es bist.
Format und technische Details
Üblich ist Hochformat im Verhältnis von etwa 3:4, in der gedruckten Größe rund 4,5 mal 6 Zentimeter. Das Gesicht sollte den Bildausschnitt gut füllen, üblich ist ein Ausschnitt von Kopf bis Brust.
Achte auf ausreichende Auflösung, damit das Bild im PDF nicht unscharf wird – 300 dpi in der Zielgröße sind eine gute Orientierung. Gleichzeitig sollte die Gesamtdatei nicht unnötig groß werden.
Wohin gehört das Foto?
Am häufigsten steht es oben rechts im Lebenslauf, auf Höhe der persönlichen Daten. Alternativ kommt es auf ein Deckblatt, wenn du eines verwendest.
Nicht mehr üblich ist es, das Foto auf das Anschreiben zu setzen. Ein separat beigelegtes, aufgeklebtes Papierfoto gibt es praktisch nur noch bei Bewerbungsmappen in Papierform.
Häufige Fehler
- Passbild vom Automaten – dafür gedacht, Ausweise zu bebildern, nicht Bewerbungen
- Urlaubsbild oder Gruppenfoto zugeschnitten
- Sonnenbrille, Kopfhörer oder auffälliger Schmuck
- starke Nachbearbeitung, die dich anders aussehen lässt als in echt
- veraltetes Foto aus der Schulzeit
- Foto zu klein oder verpixelt eingebunden
Ob und welche persönlichen Angaben sonst noch hineingehören, steht unter Was gehört in den Lebenslauf?. In den Lebenslauf-Vorlagen ist der Platz für das Foto bereits vorgesehen – du lädst es hoch und siehst sofort in der Vorschau, wie es wirkt.
Häufige Fragen
Ist ein Bewerbungsfoto Pflicht?
Nein, rechtlich nicht. In Deutschland ist es aber üblich und wird oft erwartet.
Was macht ein gutes Bewerbungsfoto aus?
Professionelle Aufnahme, freundlicher Ausdruck, neutraler Hintergrund und angemessene Kleidung – am besten vom Profi.
Wohin kommt das Foto?
Oben rechts im Lebenslauf oder auf das Deckblatt.
Bereit für deinen Lebenslauf?
Erstelle ihn in 5 Minuten mit einer professionellen Vorlage.
Lebenslauf erstellen ↓