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Anschreiben schreiben: Aufbau, Formulierungen & Beispiele

Vom Betreff bis zur Grußformel: der klare Aufbau eines Anschreibens – plus Formulierungen, die wirken.

Während der Lebenslauf zeigt, was du kannst, zeigt das Anschreiben, warum genau du zu dieser Stelle passt. Es ist die einzige Stelle in der Bewerbung, an der du in eigenen Worten argumentieren kannst.

Es gehört auf eine DIN-A4-Seite, nicht mehr. Kürze lieber, als auf eine zweite Seite zu gehen.

Der Aufbau

  1. Absender: dein Name und deine Kontaktdaten, oben oder in der Kopfzeile.
  2. Empfänger: Unternehmen, Abteilung, Ansprechpartner mit vollständiger Adresse.
  3. Ort und Datum: rechtsbündig.
  4. Betreff: konkret, ohne das Wort Betreff davor.
  5. Anrede: mit Namen, wenn irgend möglich.
  6. Einleitung: ein bis zwei Sätze, die Interesse wecken.
  7. Hauptteil: zwei bis drei Absätze zu deiner Eignung.
  8. Schluss: Verfügbarkeit, gegebenenfalls Gehaltsvorstellung, Gesprächswunsch.
  9. Grußformel und Unterschrift.

Der Betreff

Er soll sofort einordnen, worum es geht. Nenne die genaue Stellenbezeichnung und, falls vorhanden, die Kennziffer aus der Ausschreibung.

Bewerbung als Industriekauffrau im Einkauf, Kennziffer 2026-114

Eine zweite Zeile mit dem Fundort und dem frühesten Eintrittstermin ist üblich, aber optional.

Die Anrede

„Sehr geehrte Damen und Herren" ist zulässig, aber die schwächste Variante. In den meisten Ausschreibungen steht ein Ansprechpartner, sonst findest du ihn auf der Unternehmenswebsite oder per Anruf. Ein Anruf hat einen Nebeneffekt: Du kannst gleich eine kurze Frage zur Stelle stellen und darauf im Anschreiben Bezug nehmen.

Die Einleitung

Der schwächste Einstieg ist der häufigste: „Hiermit bewerbe ich mich auf die von Ihnen ausgeschriebene Stelle." Dieser Satz sagt nichts, was nicht schon im Betreff steht.

Besser ist ein konkreter Anknüpfungspunkt:

Der Hauptteil

Hier beantwortest du zwei Fragen: Warum kannst du das? Und warum ausgerechnet bei diesem Unternehmen?

Nimm dir die zwei oder drei wichtigsten Anforderungen aus der Ausschreibung vor und belege jede mit einer konkreten Erfahrung. Kein Wiederholen des Lebenslaufs – dort steht die Chronologie, hier steht die Begründung.

„In meiner jetzigen Position verhandle ich Rahmenverträge mit rund 30 Lieferanten. Zuletzt habe ich die Materialkosten für zwei Produktionslinien um 12 Prozent gesenkt, indem ich die Bezugsquellen neu gebündelt habe."

Für den Unternehmensbezug reicht ein Satz, der zeigt, dass du dich befasst hast – ein konkretes Produkt, ein Standort, ein Projekt. Allgemeine Lobformeln wie „Ihr renommiertes Unternehmen" wirken austauschbar.

Der Schluss

Nenne deinen frühesten Eintrittstermin und, falls in der Ausschreibung gefordert, deine Gehaltsvorstellung als Jahresbruttogehalt. Formuliere den Gesprächswunsch selbstbewusst.

Schwach: „Über eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch würde ich mich sehr freuen."
Besser: „Ich freue mich darauf, Ihnen im Gespräch zu zeigen, wie ich den Einkauf bei Ihnen unterstützen kann. Verfügbar bin ich ab dem 1. Mai."

Der Konjunktiv schwächt. „Ich freue mich" ist besser als „ich würde mich freuen".

Häufige Fehler

Wie das Anschreiben in die gesamte Bewerbung eingeordnet wird, steht unter Aufbau einer Bewerbung. Für den Versand per Mail hilft Bewerbung per E-Mail.

Häufige Fragen

Wie lang sollte ein Anschreiben sein?

Eine DIN-A4-Seite. Kürze lieber, statt auf eine zweite Seite zu gehen.

Wie beginne ich ein Anschreiben?

Mit einem konkreten, individuellen Einstieg mit Bezug zur Stelle oder zum Unternehmen – nicht mit Floskeln.

Was gehört ins Anschreiben und was nicht?

Motivation, passende Qualifikationen und dein Mehrwert. Keine Wiederholung des kompletten Lebenslaufs.

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